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kleines Weinlexikon
 

 

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A   

Anreichern

Bezeichnung für den Zusatz (auch aufbessern) von Zucker in verschiedener Form zum Most oder Wein.

B   

Banderole

Mit dem österreichischen Qualitätsstufen im Jahre 1985 eingeführte, vorgeschriebene Kennzeichnung von Weinen. Die Flaschen tragen eine rot-weiß-rote Banderole oder einen entsprechenden Kapselaufkleber. Vor dem EU-Beitritt galt dies für alle Weine, seither ist es nur noch für Qualitäts- und Prädikatsweine vorgeschrieben. Es handelt sich aber um kein Qualitätszeichen, sondern um eine Steuermarke.

Beerenauslese

Dies sind Spitzenweine aus überreifen, oft edelfaulen Beeren. Eine Beerenauslese liegt qualitätsmäßig hinter einer Trockenbeerenauslese. Sie unterscheidet sich von dieser durch ein niedigeres Mostgewicht und es werden nicht ausschließlich edelfaule Beeren verwendet. In der Schweiz ist eine Beerenauslese unter dem Namen Flétri bekannt, der aber aufgrund des trockenen Klimas oft die Edelfäule fehlt. Klassische Beerenauslesen werden in Deutschland und Österreich erzeugt, sie unterliegen ähnlichen Bedingungen. Siehe auch unter Goldkapsel.

C   

Chablis

Dieser hellgelbe Wein mit grünlichem Schimmer wird sortenrein aus der Rebsorte Chardonnay hergestellt. Er ist trocken, hat ein mineralisches Bouquet nach Feuerstein und Flußkiesel und schmeckt trotz kräftiger Säure mild und fruchtig, was durch den vorherrschenden Lehm- und Kalkboden bedingt ist. Traditionell reift der Wein in Betonzisternen oder in Stahltanks, einzelne Hersteller verwenden neuerdings Holfässer. Ein Spitzen-Chablis ist jahrzehntelang lagerbar.

D   

Dekantieren

Ein Rotwein sollte rechtzeitig vor dem Genuß dekantiert werden. Dies empfiehlt sich nicht nur bei alten Rotweinen, sondern wird immer mehr auch bei jungem Rotwein und bei bestimmtem Weißwein praktiziert. Der Hauptgrund dafür ist, den klaren Wein von dem am Flaschenboden abgesetzten Depot (ein Bodensatz von Gerbstoffen, Farbstoffen und eventuell Weinstein, welcher beim Genuß die Qualität oder zumindest das Aussehen des Weins eventuell negativ beeinflußt) zu trennen. Der zweite Grund ist, den Wein mit Sauerstoff in Berührung zu bringen und durch die einsetzenden Oxidationsvorgänge seinen Körper und sein Bouquet zur vollen Entfaltung zu bringen. Durch das Dekantieren kann sich ein Wein entscheidend und positiv verändern, bzw. erst dadurch in seiner vollen Pracht entfalten.

Degustation

Darunter versteht man die Prüfung und anschließende Wein-Bewertung mittels Vergabe von Punkten durch eine Verkostung die durch Auge, Nase, Gaumen und Zunge erfolgt. Einen Wein verkostet man, um seine Qualität festzustellen, wobei es dafür verschiedene Gründe und auch Verfahren gibt. Die Kriterien sind dabei jedoch sehr ähnlich, auf jeden Fall müssen sie vorher genau definiert und bekannt sein, damit alle Prüfer von derselben Basis ausgehen

E   

Edelfäule

Eine durch den Schimmelpilz “Botrytis cinerea“ hervorgerufene und für die Herstellung von edelsüßen Wein-Spezialitäten erwünschte Eigenschaft der Trauben-Beeren. Die Schimmelpilze durchbohren die Beerenhäute, wodurch Wasser verdunstet, sodaß sich der Zucker- und Extrakt-Gehalt drastisch erhöht.

Dies ist zum Beispiel eine unbedingte Voraussetzung für die Prädikatsstufen Beerenauslese und Trockenbeerenauslese. Diese Weine werden als edelsüß bezeichnet.

F   

Fass-Sorten

Traditionell wird für die Herstellung von Weinfässern ausschließlich Eichenholz bestimmter Arten aus ganz bestimmten Gegenden verwendet. In den einzelnen Ländern sind vielfältige Fass-Bezeichnungen mit den unterschiedlichsten Größen in Verwendung. Die Größe des Fasses hat besonders bei Barrique-Ausbau einen Einfluß auf die Weinqualität, ideal sind Holzfässer mit einem Fassungs-Vermögen zwischen 200 und 250 Liter. Die größeren Formate eignen sich nur für die Lagerung von Spirituosen oder aufgespriteten Weinen wie Sherry und Portwein.

G   

Gerbstoffe

Darunter versteht man jene Substanzen im Wein (vor allem das Tannin), die einen herben und adstringierenden, das heißt den Mund „zusammenziehenden“ und austrocknenden Eindruck vermitteln. Die Stoffe kommen vor allem in den Schalen (Balg), Kämmen (Rappen, Stielen) und in den Beerenkernen vor. Beim Rotwein sind sie ein charakteristisches Merkmal und verbessern die Lagerfähigkeit, denn sie wirken stark reduktiv. Beim Barrique-Ausbau gelangen erwünschtermaßen aus dem Eichenholz des Fasses zusätzliche Gerbstoffe in den Wein.

H   

Hauptlese

Der Vorgang der Ernte für die Hauptmenge an Trauben. Gegebenenfalls gibt es vorher eine Vorlese und nachher (außer in minderen Jahren) eine Spätlese. Siehe unter Weinlese.

I   

Imprägnierverfahren

Dabei wird einem Schaumwein in einem geschlossenen Behälter Kohlendioxid zugeführt. Danach wird der Wein unter hohem Druck auf Flaschen abgefüllt. Es erfolgt keine Flaschengärung und das Gas ist nicht sehr stabil. Dabei entbindet sich das Gas im Glas mit großen Blasen. Dies muß auf dem Etikett durch den Text ”Mit zugesetzter Kohlensäure” angeführt sein.

J   

Jahrgangswein

Dies bezeichnet einen Wein, der entweder zu 100% oder zu einem großen Teil aus demselben Jahrgang besteht. Der Anteil kann (je nach Land, Gebiet oder Wein) unterschiedlichst sein. Bei Qualitäts-Weinen ist es gebräuchlich, den Jahrgang auf dem Etikett anzuführen, weil dieser auch eine bestimmte Qualität aussagt. Bei Schaumweinen und Dessertweinen ist ein Verschneiden von verschiedenben Jahrgängen die Norm. In besonders guten Weinjahren wird dann unter Umständen entgegen der Gepflogenheit ein Jahrgangswein hergestellt. Bei einem Jahrgangs-Champagner muß dieser zumindest 80% Anteil haben. Auch bei Portwein, Sherry und Madeira sind Jahrgangsweine eher selten und werden dann als Vintage bezeichnet. In Frankreich sagt der Code “SA”(Sans Année/ohne Jahr) auf einem Etikett aus, daß es sich um keinen Jahrgangswein handelt..

K   

Kabinett

Diese Bezeichnung geht auf das früher verwendete Cabinet zurück. Heute klassifiziert es in Deutschland die niedrigste Stufe eines Prädikatsweines und in Österreich einen gehobenen Qualitätswein.

L   

Landwein

Nach dem Tafelwein die zweithöchste Qualitätstufe in Deutschland und Österreich, die dem französischen Vin de pays oder dem italienischen IGT entspricht.

M   

Maische

Das Gemisch aus Traubensaft und Beeren nach dem Rebeln und Quetschen oder (je nach Herstellungsart) auch die gesamten Trauben. Danach erfolgt zumeist das Pressen.

N   

Nachgärung

Bei einem stillen Wein ist dies die relativ ruhige und letzte Phase der Gärung. Es gibt allerdings auch eine unerwünschte Nachgärung in der Flasche, wenn im Wein Hefebakterien enthalten sind.

P   

Perlwein

Ein schwach schäumender Schaumwein mit einem Kohlensäuredruck von 1 bis 2,8 bar (Schaumwein 4,5 bis 6 bar). Der Kohlensäureanteil kann durch Zugabe von Kohlendioxid oder durch Vergärung im Drucktank erreicht werden. Der italienische Frizzante oder französische Pétillant ist ein typischer Perlwein, der Spumante ein Schaumwein.

R   

Restzucker/Restsüsse

Die auch als Restsüße bezeichnete Menge an Zucker im Wein, die durch ein natürliches Ende der Gärung oder durch ein gezieltes Abstoppen (entweder durch Kühlung oder durch Zusatz von Schwefel oder Alkohol) erhalten bleibt. Der Restzucker besteht im wesentlichen aus Fructose (Fruchtzucker), weil die Glucose (Traubenzucker) schneller in Alkohol und Kohlendioxyd umgewandelt wird. Der Restzucker-Gehalt bzw. Süßegrad wird auf dem Etikett angegeben, wobei die entsprechende Menge weingesetzlich geregelt ist: trocken, halbtrocken, halbsüß und süß.

Riesling

Der Riesling liefert überall ausgezeichnete Weine, doch besonders gut gedeiht die langsam reifende Rebe in relativ kühlen Anbauzonen auf Böden mit Schiefer und Urgestein. Was ihn zu einem absoluten Spitzenwein macht, ist der harmonische Gleichklang von Säure, Körper und Extrakt, der von Liebhabern überschwenglich als ”magische Kombination” bezeichnet wird. Er hat einen eher mittleren Alkohol-Gehalt und Gesamt-Extrakt. Die Farbe ist grünlich-gelb und wandelt sich mit dem Alter zu einem schimmrigen Goldton. Das Bouquet des Riesling wird häufig mit Aprikosen, Pfirsichen und Rosen beschrieben, aber eigentlich macht die Unverwechselbarkeit die feine und edle Traubenfruchtigkeit aus, die kein anderer Wein in diesem Ausmaß und Finesse besitzt. Im Alter entsteht ein Mandelton oder auch ein Petrolton. Dieser von Liebhabern sehr geschätzte und als ”edler Firn” bezeichnete Geruch erinnert an Mineralöl-Derivate (was aber nicht negativ zu verstehen ist). Der Riesling hat eine extreme Langlebigkeit, Prädikatsweine halten 20 bis 30 Jahre und auch länger.

S   

Spätlese

Das Kriterium für die Spätlese ist ein vorgegebenes Mostgewicht, was vollreife Trauben erfordert. Dies kann aber auch während der Hauptlese erreicht werden. Der Lesetermin kann aber auch nach der allgemeinen Lese liegen und von den Behörden, regional unterschiedlich, festgelegt werden.

Es handelt sich um Weine mit einem höherem Gehalt an Zucker und ausgeprägtem Gesamt-Extrakt. Sie entfalten ihr Potential erst ab ungefähr 5 Jahren. In Deutschland und Österreich sind dies Weine der höchsten Qualitätsstufe (Prädikatswein in Österreich und QmP in Deutschland).

Scheurebe

Die spätreifende Rebe bringt einen hohen Ertrag und wird vorwiegend für höhere Prädikatsweine wie Beerenauslese und Trockenbeerenauslese herangezogen. Die hellgelben bis goldgelben Weine besitzen eine fruchtige Säure, ein duftiges Aroma nach Johannisbeeren und haben einem rieslingähnlichen, rassigen Geschmack. Sie sind auch für eine lange Lagerung bestens geeignet.

U   

Umgärung

Darunter wird die Zugabe eines fertigen, meist älteren und nicht zufriedenstellenden Weines zu einem gärenden Most verstanden. Die Hefe wirkt dabei als natürliches Schönungsmittel für den zugegebenen Wein, Oxidationen und leichte Fehltöne werden beseitigt.

W   

Weintemperatur

Weißwein: Beim Weißwein (zumindest bei vielen Marken) ist die günstigste Lager-Temperatur auch die richtige Genuß-Temperatur. Ein guter Weinkeller hat (Sommer und Winter gleich) eine Temperatur von rund 8 bis 12° Celsius und eine Luftfeuchtigkeit von 65 bis 80%.

Rotwein: schwieriger ist es, einen Rotwein optimal zu temperieren. Immer noch wird ”Zimmer-Temperatur” als ideal bezeichnet und das ist eindeutig falsch. Dieses hartnäckige Gerücht stammt aus alten Zeiten, als diese 15° bis maximal 18° Celsius betragen hat und das käme der ”richtigen” Rotwein-Temperatur schon näher. In heutigen Zeiten aber beträgt die Zimmertemperatur 21° und mehr, was für den Rotwein eindeutig zu warm ist. Und außerdem ist Rotwein nicht Rotwein, je nach Marke gibt es auch eine ”richtige” Temperatur. Die Bandbreite liegt zwischen 14° Celsius für Beaujolais oder leichte Rotweine und 18° Celsius für einen alten Burgunder oder Chianti.

Weinstein

Darunter versteht man die Verbindungen von Säuren, insbesonders Weinsäure, mit Kalium oder Kalzium. Diese scheiden sich in Form von Bitartrat-Kristallen, Stäben, Blättern aus und setzen sich in der Flasche ab. Weinstein hat den Vorzug zum Depot (in dem er auch enthalten sein kann) daß er sich absetzt und sauber vom Wein getrennt werden kann. Eine besondere Form ist der ganz feine Weinstein, der sich bei Erschütterung aufwirbelt. Weinstein ist besonders daran zu erkennen, das er hart und tatsächlich wie Stein ist. Er ist geschmacklich völlig neutral, bedeutet keinen Weinfehler und kommt heute aufgrund der modernen Filter- und Stabilisierungs-Methoden im gefüllten Wein kaum noch vor. Vor der Flaschen-Abfüllung eines Weines kann kann gemäß den weingesetzlichen Bestimmungen Meta-Weinsäure zugesetzt werden, was die Bildung von Weinstein (allerdings nur für rund ein Jahr) verhindert.

Weisser Burgunder Pinotblanc

Die Rebsorte zählt vielleicht nicht zu den ganz großen, aber doch auf der ganzen Welt angebauten, klassischen Sorten. In Burgund gibt es sie heute nur mehr in kleinen Mengen, größere Rebflächen existieren im Elsaß, wo sie mit der mit ihr verwandten Rebsorte Auxerrois verschnitten wird. In Deutschland ist sie in der Pfalz und in Baden verbreitet und in Österreich erreicht sie mit rund 5% der Rebfläche den dritten Platz bei den weißen Sorten. In Österreich werden davon auch Prädikatsweine mit Beeren- und Trockenbeerenauslesen und Weine im Barrique-Ausbau erzeugt.

Weissherbst

Eine in Österreich und Deutschland gebräuchliche Bezeichnung für einen Rosé der Qualitäts-Klasse. Dieser kann aus verschiedenen roten Rebsorten (meist Blauer Burgunder oder Blauer Portugieser) hergestellt werden, muß aber sortenrein gekeltert sein. Nach deutschem Weingesetz ist keine Maische-Standzeit erlaubt.

Z   

Zentrifugieren

Eine meistens in Weingroßbetrieben übliches Verfahren, mit dem das Klären von Most oder Wein mittels mechanischer Seperatoren durchgeführt werden kann. Dabei wird die Zentrifugalkraft ausgenützt, um die unerwünschten Teilchen aus der Flüssigkeit zu entfernen.

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